Herbstbeeren – kleine Kraftpakete fürs Immunsystem

Wenn sich um den 23. September die Waage zwischen Tag und Nacht einpendelt, beginnt für mich eine meiner liebsten Zeiten im Jahreskreis: die Herbst-Tagundnachtgleiche. Die Natur zeigt sich noch einmal in voller Fülle, bevor sie sich zurückzieht – und genau jetzt hängen an unseren Hecken und Wegrändern kleine, oft übersehene Schätze: die Herbstbeeren.

Sie sind für mich echte Kraftpakete. Reich an Vitamin C, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen, bereiten sie unser Immunsystem genau zum richtigen Zeitpunkt auf die kältere Jahreszeit vor. Heute stelle ich dir fünf meiner heimischen Favoriten vor.

Diese 5 Herbstbeeren stärken jetzt dein Immunsystem

Holunderbeeren – der Klassiker

Die tiefschwarzen Beeren des Holunders zählen zu den bekanntesten Herbstfrüchten unserer Hausapotheke. Sie sind reich an Vitamin C und Anthocyanen und gelten seit jeher als eines der wirksamsten Mittel, um das Immunsystem in der Erkältungszeit zu stärken.

Ich stelle aus den Holunderbeeren jedes Jahr einen Muttersaft her. Dafür gebe ich die reifen Holunderbeeren in den Dampfentsafter. Davon trinke ich dann über mehrere Wochen täglich ein Glas um mich zu stärken und auf den Winter vorzubereiten.

Wichtig: Holunderbeeren immer nur reif und gekocht verwenden – roh sind sie unverträglich und können Übelkeit verursachen. Damit die wertvollen Anthocyane erhalten bleiben, sollten sie  aber nicht zu lange gekocht werden.

Verwendung: Sirup, Mus, Marmelade, Hustensaft (gerne in Kombination mit Thymian und Spitzwegerich)

 

Hagebutten – die Vitamin-C-Bombe

Kaum eine heimische Frucht schlägt die Hagebutte, wenn es um Vitamin C geht – sie enthält sogar mehr als Zitronen. Ein schöner Nebeneffekt: Ihr Vitamin C bleibt auch beim Erhitzen weitgehend erhalten, du kannst sie also bedenkenlos zu Tee oder Sirup verarbeiten.

Verwendung: Mus (frisch als kleine „Vitamin-Snacks“), Tee, Oxymel, Marmelade

Mein Tipp an dich – die Hagebutte ist die Frucht der Wildrose. Rosen sind wahre Wunderwerke wenn es um unsere Schönheit geht. Aus diesem Grund setze ich jedes Jahr ein Hagebutten Öl für meine Haut an.

Für dein Hagebutten-Haut Öl zerkleinerst du du eine Handvoll Hagebutten, übergießt sie mit Olivenöl und lässt das Öl an einem kühlen, dunklen Ort für vier Wochen ziehen. Dann seihst du es ab und kannst es auf der feuchten Haut pur verwenden, oder zu einem Balsam weiterverarbeiten.

Hagebutte an einem Zweig

Schlehen – herb, aber wirkungsvoll

Die tiefblauen Früchte des Schwarzdorns sind nicht ganz einfach zu verarbeiten – ihr herber, adstringierender Geschmack braucht ein bisschen Gewöhnung. Dafür haben sie es in sich: Sie wirken kräftigend auf einen geschwächten Körper und werden traditionell auch bei leichten Verdauungsbeschwerden geschätzt.

Verwendung: Gelee, Liköransatz, Mus

Weißdorn – der Herzensfreund

Weißdorn wird in der Volksheilkunde traditionell mit dem Herz-Kreislauf-System in Verbindung gebracht – er gilt als sanfter Begleiter, der guttut, wenn das Herz Unterstützung braucht. Ob nun im ganz praktischen Sinn oder auch im übertragenen, wenn das Herz gerade schwer ist: Weißdorn darf in keiner herbstlichen Hausapotheke fehlen. Der Weißdorn begleitet mich über den ganzen Jahreskreis. Im Mai, zu Beltane, sammle ich die Blüten und Blätter und im Herbst, zur Herbst-Tagundnachtgleiche, werden die kleinen, roten Beeren gesammelt.

Verwendung: Tee, Tinktur, Elixier

grüne Blätter und rote Früchte vom Weißdorn

Sanddorn – das orangene Kraftpaket

Sanddorn übertrifft sogar die Hagebutte, was den Vitamin-C-Gehalt betrifft. Der Sanddorn wird auch die Zitrone des Nordens genannt. Seine leuchtend orangen Beeren sitzen an sehr dornigen Zweigen – hier lohnt sich Geduld und ein achtsamer Umgang beim Ernten. Neben der inneren Anwendung ist Sanddornöl auch in der Hautpflege sehr geschätzt.

Verwendung: Mus, Saft, Hautpflege

Orange Sanddornbeeren auf einem Zweig stärken das Immunsystem

Mein Tipp zum Sammeln

Geh beim Sammeln immer achtsam vor – diese Beeren sind wichtige Nahrung für unsere heimischen Vögel über den Winter. Nimm nur, was du auch wirklich verarbeiten möchtest, und lass genug für die gefiederten Mitbewohner unserer Hecken übrig.

Wenn du selbst keine Möglichkeit zum Sammeln hast, findest du Muttersäfte, Mus oder Pulver aus diesen Beeren auch im Reformhaus oder in der Drogerie.

Und wie verarbeite ich die Beeren jetzt am besten?

Eine der ältesten und schönsten Methoden, Kräuter und Beeren über den Winter haltbar zu machen, ist das Oxymel – eine Mischung aus Essig, Honig und Pflanzen. Wie das genau funktioniert, zeige ich dir bereits in meinem Artikel Natürlicher Hustensaft mit Spitzwegerich: Oxymel einfach selber machen. Und wenn du Lust hast, das Prinzip live mit mir gemeinsam auf die Herbstbeeren anzuwenden, zeige ich dir das Schritt für Schritt in meinem Online-Workshop im September. Wenn du Lust hast, dein eigenes Glas Herbstkraft anzusetzen, schau gerne bei der Workshop-Anmeldung vorbei – ich freue mich auf dich!

Hier gehts zur Anmeldung 

Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen der Inspiration und Wissensvermittlung und ersetzen keine medizinische Beratung

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