Maiwipferlsirup selber machen – ein traditionelles Hausmittel bei Husten

Maiwipferlsirup ist einer meiner Klassiker in der Naturapotheke. Seit Jahren bereite ich ihn nun schon selbst zu. Im Frühling sammle ich dafür die frischen, hellgrünen Triebe von Tanne oder Fichte. 

In der Volksheilkunde wird er bei Husten verwendet. Auch für mich ist er ein ganz wertvoller Unterstützer im Winter! Wenn ich merke dass mein Hals kratzt, oder mich Husten plagt, dann greife ich zum Maiwipferlsirup und nehme ein paar Löffel davon ein. Oft reicht das schon und das Kratzen im Hals wird weniger. 

Maiwipferl

Zutaten für einen traditionellen Maiwipferlsirup

Die Zutatenliste für diesen Klassiker ist eigentlich sehr kurz. Alles was du brauchst ist:

  • frische Maiwipferl (junge Triebe von Fichte oder Tanne)
  • brauner Zucker
  • ein großes, sauberes Schraubglas 

Bis auf ein wenig Zeit ist das alles, was du für den Hustensirup benötigst.

Zutaten Maiwipferlsirup

Herstellung: So entsteht der Maiwipferlsirup 

Die Triebe (=Maiwipferl) und der braune Zucker werden abwechselnd in ein großes, sauberes Glas geschichtet. Wichtig ist, dass die Triebe immer gut mit Zucker bedeckt sind und die letzte Schicht aus Zucker besteht. 

Jetzt brauchst du nur etwas Geduld. Nach und nach entzieht der Zucker den Trieben ihre wertvollen Inhaltsstoffe und wird dabei immer flüssiger. Nach ca. 4 Wochen ist dein Sirup bereit und du kannst ihn durch ein feines Sieb filtern und wieder in saubere Gläser abfüllen. 

Um auch wirklich einen Sirup zu bekommen und erfolgreich deinen Hustensaft herzustellen gibt es ein paar Tipps die du beachten solltest:

  • achte auf Sauberkeit – wasche dir vorher deine Hände, koche die Gläser gut aus – sonst droht Schimmelgefahr 
  • verwende nur frische Maiwipferl
  • verwende braunen Zucker und keinen weißen
  • lassen den Sirup kühl und dunkel ziehen 
  • die Temperatur sollte während der Ziehzeit immer ungefähr gleich sein 
  • achte auch beim Umfüllen auf Sauberkeit 

Der Maiwipferlsirup ist mindestens ein Jahr lang haltbar. Ich mache immer gleich mehrere Gläser davon, er ist auch bei meiner Familie und im Freundeskreis sehr beliebt. 

Gekochter Maiwipferlsirup 

Alternativ kannst du die Maiwipferl auch mit Wasser und Zucker aufkochen und so deinen Sirup herstellen. Dadurch minimierst du die Schimmelgefahr. 

Dafür kochst du die Maiwipferl mit 1 Liter Wasser ca. 30 Minuten lang auf. Danach gibst du den Zucker dazu und lässt den Sirup noch 2-3 Stunden weiter köcheln. Achte unbedingt darauf, dass dir der Zucker nicht anbrennt! Dann seihst du ihn ab und füllst ihn noch heiß in saubere Gläser ein. 

Der gekochte Sirup ist wie der geschichtete Maiwipferlsirup mindestens 1 Jahr lang haltbar. 

 

Ein Glas mit braunem Zucker und Maiwipferln für die Herstellung von einem Maiwipferlsaft

 

Anwendung und Einnahme vom Maiwipferlsirup

Sobald ich ein Kratzen im Hals spüre, nehme ich mehrmals am Tag 1 TL pur ein. Der Sirup könnte auch in lauwarmen Tee eingerührt werden. Ich mag ihn am liebsten bei trockenem Reizhusten, weil ich finde dass er sich wie eine schützende Schicht über meinen Hals legt. 

Rund um die Maiwipferl

Alle jungen Triebe von Nadelbäumen werden im alpenländischen Raum Maiwipferl genannt. Aus den jungen Trieben lässt sich nicht nur ein Sirup herstellen sondern auch ein „Tannenwipferltee“ – er wirkt ebenso lindernd bei Hustenreiz.

Die Wirkung der Maiwipferl beruht vor allem auf: 

  • dem hohen Vitamin-C Gehalt
  • ätherischen Ölen
  • Gerbstoffen (Tannine), die reizlindernd wirken 

Achte beim Sammeln bitte darauf, dass du Tanne oder Fichte nicht mit der giftigen Eibe verwechselst. Die Unterschiede zwischen der Eibe und anderen Nadelbäumen habe ich in diesem Beitrag über die Pechsalbe zusammengefasst. 

Vielleicht habe ich dich mit diesem Beitrag dazu motiviert, in diesem Jahr selbst Maiwipferl zu sammeln und für dich und deine Familie dieses wertvolle Hustenmittel für eure Naturapotheke selbst herzustellen. 

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