Beltane einfach erklärt: Bedeutung, Rituale & Heilkräuter für das Jahreskreisfest

Der Mai ist einer meiner Lieblingsmonate – ein richtiger Wonnemonat eben. Wenn die Wiesen mit jedem Tag grüner werden, mein Bauerngarten darauf wartet, bepflanzt zu werden, und die Abende spürbar länger werden, dann ist es da: das Jahreskreisfest Beltane.

Wir feiern das Leben und die Liebe – und auch die Natur feiert zu dieser Zeit ihre Hochzeit.

Doch was ist Beltane eigentlich genau?
Ist es dasselbe wie die Walpurgisnacht? Wann wird es gefeiert – und warum wurde es als einziges Jahreskreisfest nicht von der katholischen Kirche übernommen? Und welche Heilkräuter kannst du zu Beltane sammeln?

Das – und noch viel mehr – erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Was ist Beltane? Das Jahreskreisfest einfach erklärt!

In der Maienzeit heiratet symbolisch die Tochter der Erdgöttin den Sohn des Himmels – Bel oder Belenus, den Gott des Lichts.

Diese mythische Vereinigung steht sinnbildlich für die Hochzeit von Erde und Himmel, für Wachstum, Lebenskraft und Fruchtbarkeit.

Fruchtbarkeit und Lebensfreude wurden schon seit sehr langer Zeit gefeiert. Mit großer Wahrscheinlichkeit begingen Menschen bereits lange vor den Kelten große Fruchtbarkeitsfeste, um der Natur für ihre Vermählung zu danken und den Beginn der fruchtbaren Jahreszeit zu ehren.

Diese Thematik spiegelt sich jedoch nicht nur in der Natur wider, sondern auch in uns selbst. In dieser besonderen Zeit dürfen wir (wieder) wild sein, frei sein und das Leben mit all seinen Freuden feiern.

Beltane – wann wird es gefeiert?

Da es sich bei Beltane um ein Mondfest handelt, gibt es keinen fixen Termin. Im Gegensatz dazu feiern wir Sonnenfeste wie die Winter- oder Sommersonnenwende jedes Jahr am gleichen Datum.

Mir ist an dieser Stelle besonders wichtig zu betonen, dass die Energie oder Stimmung eines Jahreskreisfestes nicht nur an einem einzigen Tag spürbar ist. Vielmehr handelt es sich um eine Zeitqualität, die uns über mehrere Tage – manchmal sogar Wochen – begleitet.
Feiere Beltane also dann, wenn es sich für dich gut und richtig anfühlt.

Ein möglicher Zeitpunkt ist der fünfte Vollmond nach der Wintersonnenwende, der jedes Jahr im Mai stattfindet. Die Kraft der vollen Mondin entspricht dabei der vollen Kraft, in der wir uns zu dieser Zeit befinden.

Viele Menschen feiern Beltane außerdem in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai. Dieser Zeitpunkt liegt genau in der Mitte zwischen der Frühlingstagundnachtgleiche (Ostara) und der Sommersonnenwende (Litha).

Beltane im Jahreskreis

Beltane liegt irgendwo zwischen Frühling und Sommer. Die Tage werden länger, das Grün wird satter, und der Weißdorn steht im Mai in seiner wunderschönen Blüte. Mit Beltane beginnt nun endgültig die helle Jahreshälfte.

Im Jahreskreis befinden wir uns zwischen Ostara, dem Fest des Neubeginns und des Frühlingsanfangs, und Litha, der Sommersonnenwende, an der die Sonne ihren höchsten Stand erreicht.

Beltane markiert dabei den Übergang – das volle Erblühen der Natur.

Löwenzahnblüten in einem Glas für Löwenzahnhonig.

Walpurgisnacht oder Beltane – was ist der Unterschied

In der Walpurgisnacht sollen Hexen auf ihren Besen durch die Lüfte fliegen und wilde Feste feiern. Woher der Begriff Walpurgisnacht genau stammt, ist nicht eindeutig geklärt. Die folgenden Informationen beruhen auf meiner Recherche.

Erstmals erwähnt wurde die Walpurgisnacht im Jahr 1669 vom deutschen Geschichtenerzähler Johannes Praetorius.

Die Heilige Walburga wurde am 1. Mai 870 heiliggesprochen. Dies kann als Versuch der Kirche verstanden werden, anstelle der „wilden Hexen“ eine fromme Frau zu verehren und dem heidnischen Treiben Einhalt zu gebieten.

Auch literarisch fand diese besondere Nacht ihren Niederschlag: Im Mai 1799 verfasste Johann Wolfgang von Goethe die Ballade Die erste Walpurgisnacht. Zudem widmete er sich der Walpurgisnacht in seinem 1808 erschienenen Werk Faust – Der Tragödie erster Teil.

Warum Beltane nie von der Kirche übernommen wurde

Nahezu alle Feste des Jahreskreises wurden von der Kirche in irgendeiner Form übernommen oder umgedeutet – außer Beltane. Es ist das einzige Jahreskreisfest, das keinen festen Platz im kirchlichen Jahreslauf fand.

Der Mai gilt in der katholischen Kirche als Marienmonat, in dem zahlreiche Maiandachten stattfinden. Ein möglicher Grund, warum Beltane nicht integriert wurde, liegt wohl in den zentralen Themen des Festes: Sexualität, Sinnlichkeit und Fruchtbarkeit. Diese galten als unvereinbar mit den christlichen Moralvorstellungen.

Maienfeste wurden daher früh als etwas Anrüchiges betrachtet und teilweise als Werk des Teufels abgelehnt und sogar bekämpft – mit dem Ziel, dem wilden, lebensfrohen Treiben ein Ende zu setzen.

Heilkräuter zu Beltane – was kann jetzt gesammelt werden

Man sagt, dass die Natur im Mai ihr Hochzeitskleid anzieht. Viele der Pflanzen, die zu Beltane gesammelt werden, blühen in einem strahlenden Weiß. Besonders bekannt ist der Waldmeister, der traditionell noch vor seiner Blüte Ende Mai gepflückt werden sollte.

Typische Beltane‑Kräuter

  • Waldmeister – klassisches Maikraut, wird gerne zu Waldmeisterbowle verarbeitet und wirkt leicht aphrodisierend
  • Weißdorn – wichtige Herzpflanze im Jahreskreis; im Mai werden Blüten und Blätter gesammelt, im Herbst die Früchte
  • Löwenzahn – die Blüten werden vor der vollen Blüte im Mai geerntet, die Wurzeln im Herbst
  • Rose – die Königin der Pflanzen, aphrodisierend und wohltuend für Haut und Herz
  • Birkenblätter – wirken entwässernd und stehen für Neubeginn und Frische

Weißblühender Weißdorn in einem Korb.

Eine kleine Maibowle zu Beltane

Zu Beltane gehört für viele auch ein gemeinsames Getränk – leicht, duftend und ganz im Zeichen des Frühlings. Die Maibowle mit Waldmeister ist ein traditioneller Begleiter dieser Zeit und bringt die frische, grüne Kraft des Mai auf sanfte Weise ins Glas.

Maibowle mit Waldmeister – ein einfaches Rezept

Zutaten:

  • 1 kleines Bund frischer Waldmeister (vor der Blüte geerntet)
  • 1 Bio‑Zitrone
  • 1 Liter trockener Weißwein
  • 1 Schuss Mineralwasser oder Sekt (nach Belieben)
  • optional: ein wenig Zucker oder Honig

Zubereitung:

Den Waldmeister vorsichtig waschen und trocken tupfen. Die Stängel anschließend für einige Stunden leicht anwelken lassen – so entfaltet sich das typische Waldmeisteraroma besonders gut.

Den Waldmeister mit den Stängeln nach oben (die Blätter sollen im Wein hängen, die Schnittstellen nicht) in den Weißwein stellen und etwa 20–30 Minuten ziehen lassen. Danach den Waldmeister wieder entfernen.

Die Zitrone in Scheiben schneiden und zur Bowle geben. Wer mag, süßt ganz leicht nach und füllt die Bowle mit etwas Mineralwasser oder Sekt auf. Gut gekühlt genießen.

Hinweis: Waldmeister sollte immer maßvoll verwendet und nur vor der Blüte gesammelt werden. Weniger ist hier mehr – sowohl geschmacklich als auch für das Wohlbefinden.

Wie auch immer du dieses Jahreskreisfest begehst: Erlaube dir, die Lebensfreude dieser Zeit wahrzunehmen – draußen in der Natur und drinnen in dir. Denn so wie die Erde jetzt erblüht, darf auch in uns etwas wachsen, sich verbinden und lebendig werden.

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