Solltest du Johanniskrautöl in der Sonne oder im Dunklen ansetzen? Bei dieser Frage gehen die Meinungen auseinander. Manche lassen es bewusst in der Sonne stehen, während andere wieder auf den Auszug im Dunkeln schwören, damit sich die Inhaltsstoffe nicht zersetzen.
Aber wie ist es jetzt eigentlich richtig? Ich zeige dir hier in diesem Artikel welche Methode sich bewährt hat und worauf du achten solltest.
Johanniskraut – Hypericum perforatum
Das Johanniskraut zählt zu den bekanntesten Heilpflanzen in der europäischen Volksheilkunde. Die meisten kennen seine Wirkung bei leichten, depressiven Verstimmungen und als Massageöl bei Verspannungen. Aber das Johanniskraut kann noch mehr als das. Es kann innerlich verwendet werden bei:
- Durchschlafproblemen
- leichten Verbrennungen
- depressiven Verstimmungen ( z.B. Herbst- und Winterdepressionen)
- Nervosität und Unruhe
- Erschöpfung
- Wetterfühligkeit
Äußerlich wird es verwendet bei:
- Verspannungen
- leichten Verbrennungen
- zur Hautpflege nach einem Tag in der Sonne
- kleinen Wunden
- Prellungen und Quetschungen
Äußerlich angewendet wirkt es antibakteriell, durchblutungsfördernd, und wundheilungsfördernd.

Wann sollte das Johanniskraut gesammelt werden?
Traditionell wird das Johanniskraut am Johannitag, 24. Juni, in der Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht geerntet. Natürlich kannst du es aber am 25. Juni noch genauso ernten.
Der Erntezeitpunkt am Johannitag kommt einerseits daher, dass die Wirkstoffkonzentration zu Beginn der Blüte (das ist meist rund um die Sommersonnenwende bzw. Johanni) am höchsten ist und es sich um eine Pflanze des Jahreskreisfest Litha (Sommersonnenwende) handelt.
Was soll beim Sammeln von Johanniskraut beachtet werden?
Das einzige auf das du wirklich achten musst, wenn du Johanniskraut sammelst, ist die Sonne. Das Wetter soll am Tag an dem du es sammelst (und am besten schon einige Tage davor) richtig schön sonnig sein. Das Johanniskraut gilt ja immerhin als Sonnenpflanze.
Johanniskrautöl selbst herstellen – einfaches Rezept

Wenn du dein eigenes Johanniskrautöl herstellen willst brauchst du nur drei Dinge. Die Zubereitung ist denkbar einfach.
Zutaten Johanniskrautöl
- ein sauberes Glas mit Deckel
- frische Johanniskrautblüten und -knospen
- Olivenöl
Johanniskrautöl hell oder dunkel ziehen lassen?
Diese Frage zu beantworten ist nicht ganz einfach. Studien [1] zeigen , dass Hyperforin lichtempfindlich ist und sich unter UV-Strahlung ändern kann. Gleichzeitig verändern sich bei der traditionellen Herstellung von Johanniskrautöl auch andere Inhaltsstoffe, sodass sich die Zusammensetzung des Öls insgesamt verändert.
Wenn das Johanniskraut in der Sonne zieht, entwickelt es seine typische rote Farbe. Daher kommt auch der Name „Rotöl“. Dabei entstehen durch Licht und Wärme neue Verbindungen, die vermutlich zur traditionellen Wirkung beitragen.
Ich persönlich entscheide mich für die traditionelle Methode und lasse mein selbst gemachten Johanniskrautöl für vier Wochen am Fensterbrett ziehen. Diese Methode hat sich in meiner Familie über Generationen bewährt und das Ergebnis ist das typische Rotöl, das in der Volksheilkunde verwendet wird.
Quellen:
https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-2007-986888



