Pechsalbe – traditionelles Hausmittel, Wirkung & Anwendung

 

Die Pechsalbe ist eine Baumharzsalbe mit großer Bedeutung in der Alpenregion. Von vielen wird sie liebevoll als „Gold des Waldes“ bezeichnet – und das zu Recht!
Für mich gehört sie fest in meine Naturapotheke – genauso wie Apfelessig, den ich regelmäßig selbst herstelle. Ihre Wirkung ist vielseitig, wohltuend und seit Jahrhunderten überliefert.

Früher war die Pechsalbe in fast jedem Haushalt zu finden, weil sie bei unzähligen kleinen Beschwerden im Alltag eingesetzt wurde – von Wunden und Entzündungen bis hin zu Verspannungen und Hautpflege.

Traditionell besteht sie aus Olivenöl (in alten Rezepturen oft Schweineschmalz), Lärchen- oder Fichtenharz und Bienenwachs. In diesem Artikel zeige ich dir, was Pechsalbe ist, wie sie wirkt, wie du sie selbst herstellen kannst – und am Ende findest du Infos zu meinem Workshop zum Pechsalben-Rühren.

„Zutaten für Pechsalbe: Fichtenharz, Bienenwachs und Olivenöl als Basis für die selbstgemachte Harzsalbe.“

Was ist Pechsalbe?

Pech ist das Harz von Nadelbäumen. Der Baum nutzt es, um Wunden zu verschließen, Keime abzuwehren und sich selbst zu heilen.
Diese natürliche Schutzfunktion machen wir uns in der Volksmedizin zunutze: Pech wird zu einer Heilsalbe verarbeitet, die entzündungshemmend, desinfizierend und wundheilungsfördernd wirkt.

Für die Herstellung kann Harz von Lärche, Fichte, Kiefer, Tanne oder Zirbe verwendet werden. Jede Baumart hat ihre eigene, feine Duftnote und leicht unterschiedliche Wirkung.

„Gesammeltes Fichtenharz im Wald – das natürliche Ausgangsmaterial für die Herstellung von Pechsalbe.“

Tradition & Geschichte

Früher war der Beruf des „Pechers“ weit verbreitet. Pecher wussten genau, wie sie das Harz schonend gewinnen konnten, ohne den Baum zu verletzen.
Die Harzgewinnung ist heute sogar immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe – ein Hinweis auf die große Bedeutung dieser alten Heilkunst.

Vor allem in der Alpenregion wird Pechsalbe bis heute geschätzt. In Südtirol wird Harz teilweise direkt auf die Wunde aufgetragen – beim Trocknen verschließt es sie wie ein natürlicher Schutzfilm.

Pechsalbe Anwendung – ein echter Allrounder

Als Teil der traditionellen Naturapotheke wird Pechsalbe seit Jahrhunderten vielseitig eingesetzt – innerlich wie äußerlich, je nach Überlieferung.

Sie wirkt:

  • entzündungshemmend
  • desinfizierend
  • wundheilungsfördernd
  • durchblutungsanregend

Im Sommer lindert sie Juckreiz bei Insektenstichen, im Winter pflegt sie trockene Haut.
Eine Freundin von mir verwendet sie bei ihren Kindern als Brustbalsam bei Husten, und ich selbst habe bei jeder Wanderung einen kleinen Tiegel dabei – für den Fall der Fälle.

Du kannst Pechsalbe verwenden:

  • als natürliche Hautpflege bei trockener, rissiger Haut
  • als Wundheilsalbe bei kleinen Verletzungen und Abszessen
  • als Zugsalbe bei Entzündungen, Splittern oder Schiefern
  • als Brustbalsam bei Husten oder Erkältungen
  • bei Muskelverspannungen und Gelenkschmerzen
  • bei Prellungen, Schwellungen, Quetschungen
  • zur Linderung von Herpes oder Hautreizungen

Tipp: Manche berichten, dass Pechsalbe auch bei Nagel- oder Hautpilz hilft – dank ihrer antimykotischen Eigenschaften.

Hinweis: Pech regt die Durchblutung an, daher kann es zu einem leichten Kribbeln kommen.
Teste die Salbe am besten zunächst auf Hautverträglichkeit, besonders bei empfindlicher Haut.

„Frisches Fichtenharz tritt aus der Baumrinde – das natürliche Harz wird zur Herstellung von Pechsalbe in der Naturapotheke gesammelt.“

Pechsalbe früher und heute

Traditionell wurde Pechsalbe aus Schweineschmalz und Harz hergestellt.
Das Schmalz ähnelt in seiner Struktur unserer Haut, daher kann die Salbe besonders gut aufgenommen werden. In dieser Variante braucht man kein Bienenwachs, weil das Schmalz selbst für die cremige Konsistenz sorgt.

Wenn du Schweineschmalz verwendest, achte unbedingt auf artgerechte Tierhaltung und Fütterung.
Falls du unsicher bist, nimm lieber hochwertiges Olivenöl – eine pflanzliche, moderne Alternative, die ebenfalls wunderbar funktioniert.

„Fertige Pechsalbe im Glas – natürliche Zugsalbe aus Harz, Öl und Bienenwachs, selbst hergestellt in der Naturapotheke.“

Pechsalbe selber machen – Rezept & Anleitung

Hier zeige ich dir zwei bewährte Rezepte:
Eines nach traditioneller Südtiroler Art und eines nach dem Loferer Arzneibüchl.

Südtiroler Lärchenpechsalbe (traditionell)

Zutaten:

  • 1 Teil Schweineschmalz
  • 1 Teil Lärchenpech
  • optional: 1 Teil Bienenwachs

Zubereitung:
Alle Zutaten in einen alten Topf geben und langsam erhitzen, bis alles geschmolzen ist.
Dann in ein Glasgefäß füllen, abkühlen lassen und erst danach verschließen.

Pechsalbe mit Olivenöl (nach dem Loferer Arzneibüchl)

Zutaten:

  • 100 g Olivenöl
  • 30 g Fichtenharz
  • 20 g Bienenwachs

Zubereitung:
Olivenöl und Harz gemeinsam erwärmen, bis sich das Harz vollständig gelöst hat.
Durch ein feines Sieb abseihen, dann das Bienenwachs in der warmen Mischung auflösen.
In Gläser füllen und erst zuschrauben, wenn die Salbe ausgekühlt ist.

Mit diesem Rezept kannst du deine eigene Pechsalbe ganz einfach selbst herstellen – natürlich, nachhaltig und ohne Chemie.

Tipp: Verwende zum Schmelzen am besten ein altes Marmeladenglas – Harzreste lassen sich aus Töpfen nur schwer entfernen.

„Fertige Pechsalbe im Glas – natürliche Zugsalbe aus Harz, Öl und Bienenwachs, selbst hergestellt in der Naturapotheke.“

Wo kannst du Pech sammeln oder kaufen?

Wenn du dein Harz selbst sammeln möchtest, achte darauf, nur hartes, getrocknetes Pech zu nehmen – das frische Harz braucht der Baum selbst zur Wundheilung.
Besonders wertvoll sind die Pechperlen, kleine runde Harztropfen, die an der Rinde hängen.

Ob du im Sommer oder Winter sammelst, spielt keine große Rolle.
Möchtest du Harz lieber kaufen, findest du es in Kräuterhäusern oder Drogerien unter dem Namen Burgunderharz.

Studien & Quellen

  • PubMed-Studie zur Wirksamkeit von Harz
  • Buchart, K. & Wiegele, M. (2016). Die Naturapotheke. Servus Verlag.
  • Nedoma, G. (2020). Traditionelle Hautmedizin. Servus Verlag.

Mein Workshop: Pechsalbe selbst rühren lernen

Wenn du Lust bekommen hast, deine eigene Pechsalbe herzustellen, lade ich dich herzlich zu meinem Workshop „Pechsalbe selbst herstellen“  ein.

Dort lernst du:

  • wie du Harz richtig sammelst und reinigst
  • wie du deine eigene Pechsalbe Schritt für Schritt rührst
  • welche Kräuter du in Kombination mit Pech verwenden kannst

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