Meine Top 3 Wildkräuter im Frühling

Im Frühling – genauer gesagt im März und April – ist die perfekte Gelegenheit, unseren Körper mit den ersten Wildkräutern im Frühling zu verwöhnen. Vielleicht merkst du auch, wie sich dein Körper nach dem langen grauen Winter richtig danach sehnt.

Wie passend, dass die ersten wilden Frühlingskräuter eine ganz besondere Kraft besitzen und viele davon auch noch direkt vor unserer Haustüre wachsen. 

In diesem Artikel erfährst du, was Brennnessel, Giersch & Co. so besonders macht und warum der Frühling der perfekte Zeitpunkt ist, um Wildkräuter zu ernten. 

Warum Wildkräuter im Frühling sammeln?

Im frühen Frühling ist das Wetter alles andere als verlässlich. Jederzeit kann noch ein kurzer Wintereinbruch kommen – gleichzeitig sind auch Tage mit zwanzig Grad und mehr keine Seltenheit. Und genau aus diesem Grund strotzen die ersten Wildkräuter im Frühling auch vor Kraft. Denn sie müssen sich gegen alle Widrigkeiten durchsetzen, um zu überleben. Das Resultat ist, dass die Pflanzen dann besonders viel wertvolle Vitamine, Mineralien und Bitterstoffe enthalten.

Welche Wildkräuter wachsen im Frühling?

Zu den bekanntesten Wildkräutern im Frühling gehören Brennnessel, Gundelrebe und Giersch. Sie wachsen oft direkt vor unserer Haustüre und lassen sich vielseitig verwenden. Es gibt natürlich noch zahlreiche andere wie zum Beispiel den Bärlauch, die Vogelmiere oder den Löwenzahn.

Wildkräuter im Frühling – Brennnessel

Die Brennnessel begleitet uns zwar das ganze Jahr über, aber die ersten zarten Triebe sind die schmackhaftesten. Und sie strotzen am meisten vor Kraft.

Die Brennnessel (Urtica dioica oder Urtica urens) ist eine Zeigerpflanze die überall dort wächst, wo der Boden voll ist mit Nährstoffen. Viele von uns  sehen sie als Unkraut, in meinem Garten darf sie aber wachsen und gedeihen. Zum einen weil ich sie als Heilpflanze für mich selbst schätze, und zum anderen weil aus ihr im Handumdrehen eine selbst gemachte Brennnesseljauche für mein Gemüse hergestellt werden kann. Das wusste schon meine Oma zu schätzen.

Woran erkennst du die Brennnessel?

Du kannst die Brennnessel an ihren Brennhaaren erkennen. Die Brennhaare stehen in alle Seiten und wachsen sowohl an den aufrechten Blättern als auch am vierkantigen Stängel der Pflanze. Bereits die jungen Triebe im Frühling haben gut erkennbare Brennhaare.

Typische Merkmale der Brennnessel:

  • Brennhaare an Blättern und Stängel

  • vierkantiger Stängel

  • feines Wurzelsystem

  • ab Spätsommer Samenstände

rot grüne Triebe von einer jungen Brennnessel

Was macht sie als Heilpflanze aus?

Die Brennnessel gilt als blutreinigend und stoffwechselanregend. Ein Tee oder ein Kaltauszug aus den Blättern spült unseren Körper durch und hilft uns beim Entgiften. Sie unterstützt den Körper dabei, Eisen besser aufzunehmen, was vor allem für Frauen ein großer Vorteil ist.

Du kannst die Brennnessel verwenden als:

  • Brennnesseltee

  • Kaltauszug / Infused Water

  • Brennnesselspinat

  • Neun-Kräuter-Suppe

  • Tinktur aus der Wurzel

  • Räucherwerk

  • Brennnesselsamen

Brennnessel-Frühlingskur – ein traditionelles Hausmittel

Schon in alten Kräuterbüchern wird eine Frühlingskur mit Brennnesseln erwähnt. Diese Kur kann deinem Körper dabei helfen, sich auf den Frühling vorzubereiten und alle Schlacken des Winters auszuspülen.

Für diese Kur sammelst du die jungen Triebe der Brennnessel und trinkst täglich vier Wochen lang drei Tassen Tee. Die erste Tasse sollte morgens schluckweise auf nüchternen Magen getrunken werden. Die restlichen zwei über den Tag verteilt.

Für den Tee verwendest du einen gehäuften Teelöffel Brennnessel pro Tasse Tee. Zerkleinere die Blätter, übergieße sie mit heißem Wasser und lasse sie eine halbe Minute lang ziehen. Anschließend seihst du den Tee ab und trinkst ihn wie beschrieben.

Du kannst die Kur im Herbst noch einmal wiederholen, dafür verwendest du dann auch wieder die frischen jungen Triebe.

Die Kur wirkt blutreinigend und blutbildend.

Mein Tipp: Sammle im Spätherbst die Samen der weiblichen Brennnessel, sie sind stark vitalisierend. Ein echtes heimisches Superfood.

Wildkräuter im Frühling – Gundelrebe

In der Volksheilkunde wird die Gundelrebe wegen ihrer reinigenden und entschlackenden Wirkung geschätzt.

Der Begriff „Gund“ bedeutet soviel wie Eiter – was einen Hinweis auf ihre wundheilende Wirkung gibt. Manchmal wirst du auch den Begriff Gundermann lesen – es handelt sich um die gleiche Pflanze.

Um die Gundelrebe ranken sich viele Mythen, früher sollen Büchsenmacher regelmäßig Tee aus der Gundelrebe getrunken haben, da sie in der Lage sein soll Schwermetalle auszuleiten.

Sie ist – neben Brennnessel & Co. –  ein fixer Bestandteil der Neun-Kräuter-Suppe, die rund um das Jahreskreisfest Ostara gegessen wird.

Woran erkennst du die Gundelrebe?

Die Gundelrebe (Glechoma hederacea) gehört zur Familie der Lippenblütler und wächst kriechend am Boden. Erst im Laufe des Frühlings entwickelt sie ihre blassblauen oder lila Blüten. Im frühen Frühling erkennst du sie an ihren nierenförmigen, fleischigen Blättern, die am Boden kriechen.

Blätter der Gundelrebe im frühen Frühling.

Später im Jahr, kannst du sie an ihren für Lippenblütler typischen Blüten erkennen. Diese sind entweder blasslila, blau oder weiß. Später im Jahr, richtet sich die Gundelrebe dann auf und kriecht nicht mehr am Boden.

eine gundelrebe mit blasslila blüten

Welche Wirkung hat sie?

Die Gundelrebe wirkt stoffwechselanregend, entschlackend, unterstützt bei der Wundheilung und wirkt auswurffördernd. Beispielsweise bei Husten.

Wie kannst du sie verwenden?

  • Tee
  • Essigauszug
  • als Badezusatz
  • als Milchauszug mit Honig
  • als Dessert in Kombination mit Bitterschokolade
  • in der Küche als Neunkräutersuppe

Gundelrebenessig – innere Frühjahrsreinigung

Für einen selbst gemachten Gundelrebenessig brauchst du frischen Gundelrebenkraut und 250ml Apfelessig. Lies in diesem Artikel von mir nach, wie du deinen eigenen Apfelessig herstellen kannst.

Zubereitung:

Schneide das Gundelrebenkraut klein und fülle es in eine Glasflasche. Die Flasche sollte zu 1/3 mit dem Kraut befüllt sein. Mit Essig auffüllen und zwei Wochen ziehen lassen. Abseihen und Abfüllen.

Du kannst den Gundelrebenessig entweder in der Küche verwenden oder du trinkst über einige Wochen lang täglich ein Glas lauwarmes Wasser mit 1-2 EL davon. Dieser Essig kann auch zur Reinigung der Haut verwendet werden. Verdünne ihn dann im Verhältnis 1:5 mit Wasser.

Wildkräuter im Frühling – Giersch

Der Giersch (Aegopodium podagraria) ist bei vielen Gärtnern verhasst. Hat man ihn einmal im Garten, wird man ihn nur schwer wieder los. Er gehört zur Familie der Doldenblütler und wächst meist an nährstoffreichen, schattigen Plätzen wie an Waldrändern oder eben in unseren Gärten.

Ich habe auch Giersch in meinem Naturgarten, freue mich aber jeden Frühling über ihn.Da er zu etwa 87 % aus Wasser besteht, eignet er sich weniger zum Trocknen und wird am besten frisch verwendet.

Der lateinische Name „podagraria“ bedeutet „gegen Gicht“, weil der Giersch früher traditionell zur Behandlung von Gicht (Podagra) verwendet wurde.

Woran erkennst du den Giersch?

Wenn du den Giersch noch nie in der Natur gesehen hast, dann lass ihn dir am besten von einer Kräuterfrau/Mann deines Vertrauens einmal zeigen.

Er sieht dem giftigen Schierling ähnlich, hat aber ein für den Giersch typisches Aroma, das von jedem der ihn riecht anders beschreiben wird. Manche sagen er riecht nach Sellerie, nach Karotte oder Petersilie.

Ein bekanntes Sprichwort zum Bestimmen vom Giersch lautet:

“ 3 x 3 – bist beim Giersch dabei. „

• dreieckiger Stängel
• drei Blattpaare
• jedes Blatt teilt sich wieder in drei Blätter

Wildkräuter im Frühling. Ein junger, grüner Giersch mit den typischen Blättern.

Zu Sommerbeginn fängt der Giersch an zu blühen. Dann bekommt er weiße Blütendolden.

Welche Wirkung hat er?

In der Volksheilkunde wird der Giersch wegen seiner entgiftenden, blutreinigenden und krampflösenden Wirkung geschätzt.

Wie kannst du Giersch verwenden?

Giersch sollte am besten frisch verwendet werden. Ich persönlich verwende ihn am liebsten kulinarisch. Entweder als Pesto oder in der Suppe.

Rezept – Frühlingskräuter Pesto mit Giersch

Der Giersch versorgt unseren Körper nach den langen Wintermonaten mit allem was er braucht. Hast du gewusst, dass er 15x mehr Vitamin C enthält als Salat? Ich verarbeite den Giersch entweder in der Neun-Kräuter Suppe oder ich mache ein Pesto daraus. Entweder in Kombination mit anderen Wildkräutern oder auch alleine.

Zutaten: 

  • 1 Handvoll Wildkräuter wie zum Beispiel Giersch, Brennnessel, Bärlauch, Gundelrebe
  • 200 ml Olivenöl
  • 1 TL Salz
  • 50 g Pinien- oder Walnusskerne
  • optional: Parmesan

Zubereitung:

Die Frühlingswildkräuter klein schneiden, mit Öl, Salz und Nüssen in einem Mixer geben und solange mixen bis eine sämige Masse daraus entsteht.

Schmeckt hervorragend zu Pasta oder aber auch zu Brot!

Der Frühling ist die perfekte Zeit, um die ersten Wildkräuter kennenzulernen. Viele von ihnen wachsen direkt vor unserer Haustüre und begleiten uns seit Jahrhunderten in Küche und Hausapotheke.

Vielleicht entdeckst du bei deinem nächsten Spaziergang schon deine ersten eigenen Frühlingskräuter

 

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