An was denkst du bei Hagebutten? Ich denke zuerst an Tee gegen Erkältung – und erst danach an Hautpflege. Dabei steckt in der kleinen roten Frucht der Wildrose noch viel mehr. Aus ihren Früchten lässt sich ganz einfach ein Ölauszug herstellen, der trockener und beanspruchter Haut vor allem im Herbst spürbar guttut. Mit nur drei Zutaten kannst du daraus in wenigen Schritten einen reichhaltigen Hagebutten-Balsam für deine Hausapotheke selbst herstellen.
Hagebutte: Vitamin-C-Kraftpaket aus dem Herbst
Bevor wir zur Hautpflege kommen, lohnt sich ein Blick auf die Hagebutte selbst – denn sie ist weit mehr als nur eine hübsche rote Frucht am Wegesrand. Für mich gehört sie zu den wichtigsten Gesundheitsboten des Herbstes. Aber Achtung beim Sammeln – die Hagebutte ist Nahrung für heimische Wildvögel und sollte deshalb nicht vollständig abgeerntet werden.
Ihr wohl bekanntester Schatz ist der hohe Vitamin-C-Gehalt. Viele greifen im Herbst und Winter zu Zitrusfrüchten, um sich mit Vitamin C zu versorgen – dabei wird oft vergessen, dass jedes Lebensmittel auch eine thermische Wirkung hat. Südfrüchte kühlen den Körper eher ab, was in der kalten Jahreszeit nicht unbedingt das ist, was wir brauchen. Ich empfehle daher gerne eine kleine Vitamin-C-Kur mit heimischen Hagebutten: Drei frische Früchte täglich reichen aus, um den Körper gut zu versorgen. Dafür wird die Kappe der Hagebutte entfernt und die Frucht sanft zusammengedrückt, bis das weiche, säuerlich-fruchtige Mus heraustritt – eine wahre Wohltat, die sich den ganzen Winter über genießen lässt.
Neben Vitamin C steckt die Hagebutte auch voller Vitamin A, K und B-Vitaminen, Gerbstoffen und Karotinoiden. Besonders interessant: Das Vitamin C in der Hagebutte ist hitzestabil und bleibt dem Körper auch beim Kochen von Tee oder Sirup erhalten.
Wie alle Herbstbeeren stärkt die Hagebutte zudem das Immunsystem. In den letzten Jahren wurde außerdem ihre entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung erforscht, die sich bei rheumatischen Beschwerden, Gelenksentzündungen und Arthrosen als hilfreich erwiesen hat – deshalb findet man mittlerweile auch Hagebuttenpulver zur inneren Anwendung.
Schon unsere Großmütter machten sich die Mühe, Hagebutten zu sammeln, zu entkernen und zu Marmelade einzukochen – mit der ganzen Heilkraft der Frucht in jedem Glas. Wer es etwas einfacher mag, verarbeitet die Hagebutten zu Likör oder greift zum klassischen Hagebuttentee aus getrockneten Früchten.
Hagebutte für die Haut: Wirkung und Anwendung
Der Ölauszug aus Hagebuttensamen enthält natürliches Vitamin A, das die Hauterneuerung unterstützt, sowie Vitamin C und E, die als Antioxidantien vor freien Radikalen schützen. Ich verwende für meinen Hagebutten-Ölauszug Bio-Olivenöl. Olivenöl enthält wertvolle Omega 9 Fettsäuren, welche sich hervorragend für trockene Haut eignen. Olivenöl schützt die Haut außerdem vor freien Radikalen.
Es zieht langsam, aber sehr gut in die Haut ein, wirkt rückfettend, glättend und unterstützt die Regeneration der Haut. Alternativ kannst du als Trägeröl auch Mandelöl verwenden, es ist milder als Olivenöl und wird von nahezu allen Hauttypen vertragen.
Rezept: Hagebuttenölauszug selber machen
Für einen selbst gemachten Ölauszug mit Hagebutten brauchst du nur zwei Zutaten. Frische Hagebutten und Olivenöl. Die Hagebutten werden gewaschen, halbiert und in ein sauberes Glas mit Deckel gegeben. Das Glas kannst du zu 1/3 mit den Hagebutten füllen, dann wird es mit Olivenöl bis an den Rand aufgegossen. Am nächsten Tag verschließt du das Glas und lässt es vier Wochen lang kühl und dunkel ausziehen. Nach den vier Wochen seihst du es durch ein feines Sieb ab. Es kann pur auf der feuchten Haut angewendet werden, oder zu einem Hagebutten Balsam weiterverarbeitet werden.
Rezept: Hagebutten-Balsam selber machen
Als Basis für unseren Balsam braucht es neben dem Hagebuttenölauszug noch zwei weitere Naturzutaten: Sheabutter für die reichhaltige Pflege und Bienenwachs, das dem Balsam seine feste, streichfähige Konsistenz gibt und gleichzeitig einen schützenden Film auf der Haut hinterlässt.
Zutaten für deinen Hagebutten-Balsam:
- 100 ml Hagebutten-Ölauszug
- 40 g Sheabutter
- 5 g Bienenwachspastillen
- Saubere, sterilisierte Tiegel oder Döschen
Zubereitung:
Sheabutter und Bienenwachspastillen im Wasserbad bei sanfter Hitze schmelzen. Vom Herd nehmen und das Hagebuttenöl unterrühren. Die Mischung sofort in saubere Tiegel füllen und auskühlen lassen, bis sie fest geworden ist.
Bei kühler und dunkler Lagerung ist der Balsam etwa 6 Monate haltbar.
Tipp: Kleine Tiegel sind besser als ein großes Gefäß – so kommt der Balsam bei jedem Öffnen weniger mit Luft und Fingern in Kontakt und hält sich länger frisch.
Pflege mit Sinn: Sheabutter und Bienenwachs
Die Sheabutter stammt aus den Früchten des Karitébaums, der ausschließlich in Westafrika wächst, und wird dort seit Jahrhunderten zur Hautpflege genutzt. Ihr hoher Anteil an Fettsäuren und Vitaminen unterstützt die natürliche Hautbarriere und wirkt rückfettend, ohne die Haut zu beschweren – auch empfindliche Haut verträgt sie in der Regel gut. Ich empfehle dir desodorierte Sheabutter zu kaufen, sie ist angenehmer im Geruch.
Das Bienenwachs übernimmt im Balsam eine doppelte Aufgabe: Es sorgt für die feste Konsistenz und bildet gleichzeitig einen leichten Schutzfilm auf der Haut, der Feuchtigkeit spendet und vor dem Austrocknen bewahrt. Bei juckender oder trockener Haut kann das spürbar Linderung bringen. Als reines Naturprodukt braucht es dafür keine synthetischen Zusätze.
Wann und wie du den Balsam anwendest
Ich verwende diesen Balsam überall dort, wo meine Haut etwas mehr Pflege braucht: an trockenen Händen und Ellbogen, im Gesicht oder an rissigen Fersen. Eine kleine Menge reicht meist schon – sanft einmassieren und einziehen lassen.
Testest du den Balsam zum ersten Mal, probiere ihn an einer kleinen Hautstelle aus, besonders wenn du zu Allergien neigst. Und wie bei jeder selbstgemachten Naturkosmetik gilt: Sauberes Arbeiten mit sterilisierten Gefäßen verlängert die Haltbarkeit deines Balsams.
Für mich gehört dieser Hagebutten-Balsam mittlerweile fest in meine herbstliche Hausapotheke. Er ist schnell gemacht, lange haltbar und zeigt, wie viel Pflegekraft in nur drei einfachen Naturzutaten steckt.
Häufige Fragen zum Hagebutten-Balsam
Wie lange ist selbstgemachter Hagebutten-Balsam haltbar? Bei kühler, dunkler Lagerung in einem sauberen, sterilisierten Tiegel hält sich der Balsam etwa 6 Monate. Die Haltbarkeit hängt vom verwendeten Trägeröl ab.
Für welchen Hauttyp eignet sich der Hagebutten-Balsam? Dank der ausgewogenen Fettsäuren im Hagebuttenöl eignet er sich für nahezu jeden Hauttyp – besonders für trockene, empfindliche und zu Reizungen neigende Haut.
Kann ich Bienenwachs durch etwas anderes ersetzen? Wer auf tierische Zutaten verzichten möchte, kann Bienenwachs durch Candelilla- oder Carnaubawachs in etwas geringerer Menge ersetzen, da diese pflanzlichen Wachse den Balsam stärker verfestigen.
Wo bekomme ich einen guten Hagebutten-Ölauszug? Einen fertigen Ölauszug aus der Hagebuttenfrucht bekommst du im Reformhaus, Bio-Laden oder Onlinehandel. Alternativ setzt du ihn selbst an, indem du getrocknete Hagebutten mehrere Wochen in einem Basisöl wie Olivenöl oder Mandelöl ziehen lässt.
Kann ich den Balsam auch im Gesicht verwenden? Ja, der Balsam eignet sich auch für das Gesicht, etwa bei trockenen Stellen. Teste ihn vorab an einer kleinen Hautstelle, besonders bei empfindlicher Haut oder bekannten Allergien.

