Johanniskraut zählt zu den wichtigsten Heilpflanzen der europäischen Volksheilkunde. Es wird vor allem bei gedrückter Stimmung, Schlaf- und Hautproblemen eingesetzt. Laut einer alten Erzählung sogar der Teufel mit seinem Dreizack nichts anhaben konnte – so entstanden die Öldrüsen in den Blättern.
Für mich gehört ein selbst gemachtes Johanniskraut einfach zu meiner Naturapotheke dazu. Ob bei Verspannungen, Verbrennungen, oder zur Pflege der Haut!
Johanniskraut – Hypericum perforatum L.
Es gibt rund 400 verschiedene Arten, doch in der Naturheilkunde wird das echte Johanniskraut verwendet. Es wächst auf sonnigen, trockenen Böden in Höhen von bis zu 1500 Metern Höhe. Du findest es unter anderem an Waldlichtungen, auf Wiesen, auf Brachland und an Kahlschlägen.
Du erkennst es an bis zu 90 cm hohen Stängeln, relativ kleinen, eiförmigen Blättern und leuchtend gelben Blüten mit fünf Blütenblättern. Zerreibst du die Blüten, färben sich deine Finger rot – ein typisches Erkennungsmerkmal. Ein weiteres sind die Öldrüsen an den Blättern, die du gut sehen kannst, wenn du ein Blatt gegen die Sonne hältst. Der Stängel des echten Johanniskrauts ist zweikantig und markgefüllt.


Es gehört zur Familie der Hyperiaceae (=Hartheugewächse).
Johanniskraut in der Naturheilkunde
Die Wirkung von Johanniskraut ist sehr vielfältig. Es wird vor allem bei Stimmungsschwankungen, innerer Unruhe oder Verletzungen der Haut eingesetzt.
Laut der Kommission E kann Johanniskraut unterstützend wirken bei:
- depressiven Verstimmungszuständen
- Ängsten und nervöser Unruhe
- leichten Verbrennungen
- stumpfen Verletzungen
Johanniskraut kann zudem den Schlaf anregen, da es die nächtliche Melatoninausschüttung fördern kann.
Johanniskraut wird nicht umsonst als Sonnenpflanze bezeichnet. Es bringt Licht und Wärme in dunklere Zeiten, in denen uns Energie und Leichtigkeit fehlen.
Der Wirkstoffgehalt ist zu Beginn der Blüte am höchsten, daher sammle ich es immer sobald es gegen Mitte/Ende Juni zu blühen beginnt.
Johanniskraut im Jahreskreis
Hypericum perforatum L. gehört zu den Pflanzen der Sommersonnenwende. Ein anderer Name für sie lautet Johanniskräuter. Diese Kräuter blühen rund um die Sommersonnenwende am 21. Juni. Durch die Christianisierung wurden daraus die Johanniskräuter, geweiht Johannes dem Täufer und seinem Gedenktag am 24. Juni.
Anwendungsmöglichkeiten von Johanniskraut
Johanniskraut ist eine vielseitige Pflanze für deine Naturapotheke. Du kannst es unter anderem verwenden:
- als Johanniskrautöl bei Unruhe, Hautproblemen, Verbrennungen und Verspannungen
- als Tee bei innerer Unruhe und Verstimmungen
- als Tinktur zur Stimmungsaufhellung
- zum Räuchern (z.B. bei „dicker“ Luft nach einem Streit)
- für selbstgemachte Sonnwendbüscherl
- als Grundlage für eine After-Sun-Creme
Eine Anleitung für die wichtigsten Rezepte findest du hier: Rezepte mit Johanniskraut.

Johanniskraut ist für mich persönlich eine der wichtigsten Pflanzen im Jahreskreis und in meiner Naturapotheke. Wenn du dich intensiver mit ihm beschäftigst, wirst du schnell merken, wie vielseitig es dich in deinem Alltag unterstützen kann. Gerade in Zeiten, in denen du wieder mehr Balance und Ruhe suchst.
Quellen:
Arzneipflanze des Jahres 2015: Johanniskraut (Hypericum perforatum), Schweizerische Zeitschrift für Ganzheitsmedizin / Swiss Journal of Integrative Medicine (2015) 27 (1): 27–29.



