Wer kennt das nicht?
Einmal kurz nicht aufgepasst bei der Gartenarbeit – und schon hast du einen gemeinen Kratzer vom Rosengestrüpp. Die Kinder kommen mit aufgeschlagenen Knien nach Hause. Oder die Haut ist vom kalten Wetter rissig, trocken und empfindlich.
Genau für solche kleinen Alltagswehwehchen liebe ich die Ringelblumensalbe. Sie hilft bei kleineren Verletzungen, pflegt die Haut und ist deshalb ein fester Bestandteil meiner Naturapotheke.
Die gute Nachricht: Du kannst sie ganz einfach selbst herstellen. Wie das geht, zeige ich dir in diesem Beitrag.

Wirkung der Ringelblume (Calendula officinalis)
Die Ringelblume – Calendula officinalis – findest du fast überall. Hast du sie einmal im Garten, sät sie sich meist ganz von selbst aus. Von Juni bis Oktober kannst du dich dann an ihren leuchtend gelben Blüten erfreuen.
In der Pflanzenheilkunde wird die Ringelblume seit Jahrhunderten vor allem bei Hautproblemen und zur Wundbehandlung eingesetzt. Besonders geschätzt wird ihre sanfte, aber wirkungsvolle Art.
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Entzündungen der Haut
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Entzündungen der Schleimhäute
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Brandwunden
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Riss- und Schnittwunden
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Quetschwunden
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zur Narbenpflege
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in der Babypflege bei Windeldermatitis (hier empfehle ich Mandelöl statt Olivenöl)
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In ihrer Wirkung kommt die Ringelblume der Arnika erstaunlich nahe – ist dabei aber deutlich milder und deshalb auch für empfindliche Haut gut geeignet.
In Ausnahmefällen kann sie bei Menschen mit Korbblütlerallergien Dermatitis auslösen.
Ringelblumensalbe selber machen – ein einfaches Rezept
Die Ringelblumensalbe ist eines der am häufigsten nachgefragten Helferlein in meiner Familie und im Freundeskreis. Und das aus gutem Grund:
Sie ist vielseitig einsetzbar – bei kleinen Verletzungen, Hautausschlägen oder auch ganz einfach als Lippenpflege. Eigentlich sollte sie in keinem Haushalt fehlen.
Was brauchst du für eine Ringelblumensalbe
Dieses Rezept ist ein echter Klassiker und kommt mit nur drei Zutaten aus:
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100 ml Olivenöl
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1 Handvoll Ringelblumenblüten
(wenn du selbst sammelst, verwende gern auch Stängel und Blätter) -
10 g Bienenwachs
Mehr braucht es nicht für eine richtig gute, natürliche Wundheilsalbe.

Warum diese Zutaten so gut wirken
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Olivenöl pflegt die Haut intensiv und schützt sie vor dem Austrocknen.
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Ringelblume wirkt unter anderem granulierend – sie unterstützt die Haut dabei, schneller neues Gewebe zu bilden.
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Bienenwachs wirkt beruhigend, leicht antibakteriell und sorgt für die richtige Konsistenz der Salbe.
Herstellung der Ringelblumensalbe (Warmauszug)
Für dieses Rezept verwenden wir einen Warmauszug. Diese Methode ist deutlich schneller als ein Kaltauszug. Ich verwende einen Warmauszug zum Einen bei frischen Pflanzenteilen um die Gefahr von Schimmel zu minimieren und aber wenn ich „schnell“ eine Salbe brauche.
Wichtig ist dabei allerdings, dass du das Öl nicht zu stark erhitzt – sonst „frittierst“ du die wertvollen Inhaltsstoffe. Wenn du dir unsicher bist, dann kannst du einen Küchenthermometer verwenden um die Temperatur zu kontrollieren.

So gehst du vor:
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Gib die Ringelblumen zusammen mit dem Olivenöl in einen Topf.
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Stelle den Topf auf den Herd und lasse die Mischung bei sehr niedriger Hitze etwa 2 Stunden ziehen. Rühre zwischendurch immer wieder um. Am besten mit einem Holzlöffel.
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Seihe das Öl anschließend ab und gib es zurück in den Topf.
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Füge nun das Bienenwachs hinzu und lasse es unter Rühren schmelzen.
Das passiert bei etwa 60 °C. Achte auch hier darauf, das Öl nicht zu stark zu erhitzen. -
Sobald sich das Wachs vollständig verflüssigt hat, kannst du die noch flüssige Salbe in ein sauberes Glas füllen.
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Lass die Salbe gut auskühlen. Erst wenn sie vollständig fest geworden ist, schraubst du den Deckel zu.
Fertig ist deine selbst gemachte Ringelblumensalbe!
Lust bekommen, die Ringelblumensalbe selbst auszuprobieren?
Wenn du Ringelblumen in deinem Garten hast oder sie dir besorgen kannst, dann probier dieses Rezept gern aus. Eine selbst gemachte Ringelblumensalbe ist ein wunderbarer, natürlicher Begleiter für den Alltag – und oft schneller zur Hand, als man denkt. Besonders beliebt sind bei mir auch die Rezepte rund um die Pechsalbe und andere traditionelle Kräutersalben.
Wenn du magst, teile deine Erfahrungen oder Fragen gern in den Kommentaren.
Und vielleicht bekommt die Ringelblumensalbe ja auch bei dir einen festen Platz in der Hausapotheke!
Wenn du magst dann begleite mich auch in meinem Newsletter. Dort teile ich regelmäßig alltagstaugliche Rezepte rund um Heilkräuter.

Häufige Fragen zur Ringelblumensalbe
Wo bekomme ich Ringelblumen für die Salbe her?
Ringelblumen kannst du ganz einfach selbst im Garten oder im Topf anbauen – sie sind anspruchslos und säen sich oft von selbst aus. Alternativ bekommst du getrocknete Ringelblumenblüten in Apotheken, Reformhäusern oder gut sortierten Kräuterläden. Achte beim Kauf auf gute Qualität und möglichst biologische Herkunft.
Wie lange ist selbst gemachte Ringelblumensalbe haltbar?
Kühl und dunkel gelagert ist die Ringelblumensalbe etwa ein Jahr haltbar. Achte darauf, immer saubere Finger oder einen Spatel zu verwenden, damit keine Keime in die Salbe gelangen.
Kann ich Ringelblumensalbe bei Kindern und Babys verwenden?
Ja, grundsätzlich eignet sich Ringelblumensalbe auch für empfindliche Haut. Für Babys, insbesondere im Windelbereich, empfehle ich statt Olivenöl ein mildes Öl wie Mandelöl zu verwenden.
Welches Öl eignet sich am besten für Ringelblumensalbe?
Klassisch wird Olivenöl verwendet, da es pflegend und gut hautverträglich ist. Für sehr empfindliche Haut kannst du alternativ Mandelöl oder Jojobaöl verwenden.
Warum sollte das Öl beim Warmauszug nicht zu heiß werden?
Zu hohe Temperaturen können empfindliche Pflanzenstoffe schädigen und die Wirkung der Salbe mindern. Ein sanftes Erwärmen bei niedriger Hitze reicht völlig aus, um die wertvollen Inhaltsstoffe der Ringelblume ins Öl zu lösen.


