Mistel: Wirkung, Anwendung & Bedeutung – Alles über die Heilpflanze im Überblick

Die Mistel – ein vor allem in Weihnachtsliedern vielbesungenes Gewächs. Für viele von uns ist sie nicht mehr als ein Schmarotzer, der dem Baum, auf dem er wächst, schadet oder ihn langfristig zerstört. Doch dieses Bild greift zu kurz.

Die Mistel ist eine alte Heilpflanze, die seit Jahrhunderten geschätzt wird – sowohl für ihre Wirkung auf unsere Gesundheit als auch für ihre besondere Beziehung zu den Bäumen, auf denen sie wächst. Sie steht für Schutz, Ausgleich und Verbindung.

Wenn du wissen möchtest, warum die Mistel mehr ist als nur Weihnachtsschmuck und welche Rolle sie in der Naturheilkunde, im Baumgefüge und in alten Traditionen spielt, dann nimm dir einen Moment Zeit und lies diesen Beitrag.

Was ist die Mistel?

Die Mistel ist eine halbschmarotzende Pflanze, die vorwiegend auf Bäumen wächst, die auf gestörten Plätzen stehen. Das können Verwerfungslinien, Wasseradern oder andere energetisch auffällige Orte sein. Die Mistel liebt solche Plätze.

Insofern ist es auch nicht richtig zu sagen, dass sie ihrem Wirt grundsätzlich schadet. Zwar wächst sie auf Bäumen und bohrt ihre feinen Wurzeln in die Rinde des Baumes, doch gleichzeitig scheint sie den Baum vor eben solchen Störungseinflüssen zu schützen.

Achte bei deinem nächsten Spaziergang einmal bewusst darauf, wo du einen Baum mit Misteln entdeckst – und spüre in dich hinein, ob du an diesem Ort etwas wahrnimmst.

Wie sieht die Mistel aus?

Die Mistel kann mit kaum einer anderen Pflanze verwechselt werden. Sie wächst kugelförmig, ist stark verästelt und trägt ledrige Blätter.

  • Im Winter bleibt sie grün
  • In den Sommermonaten erscheinen die Blätter eher gelblich
  • Im Winter trägt sie weiße Beeren, die giftig sind

Die Blüten der Mistel werden zwischen Januar und April bestäubt. Ab etwa September entwickeln sich daraus die charakteristischen weißen Beeren.

Mistelzweig mit weißen Beeren (Viscum album) in Nahaufnahme

Wo wächst die Mistel?

Die Mistel wächst vorwiegend auf Laubbäumen wie:

  • Weide
  • Linde
  • Pappel
  • Eiche
  • Apfelbaum

Hin und wieder findet man sie auch auf Nadelbäumen, zum Beispiel auf Tannen. Welche Mistelart wächst, hängt dabei stark vom Wirtsbaum ab.

Misteln (Viscum album) als kugelförmige Pflanzen in der Baumkrone im Winter

Verwendung in der Naturheilkunde

Die Mistel hat in der Naturheilkunde eine lange Tradition. Bereits Maria Treben nutzte sie in Form eines Kaltauszuges bei Problemen mit dem Blutdruck.

Verwendet werden in der Naturheilkunde ausschließlich die Blätter und Stängel der Mistel – nicht jedoch die Beeren. Diese sind giftig und nicht zur innerlichen Anwendung geeignet.

Wenn du dir unsicher bist oder keine Möglichkeit hast, selbst Mistel zu sammeln, kannst du auf standardisierte Mistelpräparate aus der Apotheke zurückgreifen.

Die Mistel wird unter anderem eingesetzt bei:

  • zur Regulierung des Blutdrucks
  • Arterienverkalkung
  • Periodenbeschwerden
  • Ohrensausen
  • Schwindelgefühlen

Rezept Misteltee – Kaltauszug nach Maria Treben

Dieser Misteltee kann zweimal täglich getrunken werden. Um ihn warmzuhalten, kannst du ihn in eine Thermoskanne füllen oder vor dem Trinken leicht erwärmen.

Zutaten:

  • getrocknete Mistelblätter
  • 0,5 Liter Wasser

Zubereitung:

  1. Die getrockneten Mistelblätter zerkleinern
  2. Mit dem Wasser vermengen
  3. Über Nacht (10–12 Stunden) ziehen lassen
  4. Leicht erwärmen
  5. Abseihen und trinken

Räuchern mit der Mistel

Die Mistel gilt als klassische Druidenpflanze. Schon Miraculix verfeinerte mit ihr seine Zaubertränke und verlieh Asterix dadurch außergewöhnliche Kräfte.

Ich persönlich räuchere die Mistel besonders gern zur Wintersonnenwende und in den Rauhnächten. Sie wirkt für mich nicht nur schützend, sondern unterstützt auch die Visionskraft und die innere Ausrichtung für das kommende Jahr. Du kannst sie auf Kohle oder am Stövchen verräuchern, entweder alleine oder in Räuchermischungen.

Zum Räuchern kannst du alle Teile der Mistel verwenden:

  • Beeren
  • Blätter
  • Stängel

Die Mistel bewegt sich zwischen den Welten: Sie wächst zwischen Himmel und Erde, verbindet Baum und Mensch, Körper und Geist. Vielleicht ist es genau das, was sie so besonders macht.

Wenn wir aufhören, sie nur als Schmarotzer zu betrachten, und beginnen, sie als das zu sehen, was sie ist – eine alte Heilpflanze mit tiefer Symbolkraft –, können wir von ihr lernen: über Balance, Schutz und das Leben an besonderen Orten.

Vielleicht begegnest du der Mistel bei deinem nächsten Spaziergang mit neuen Augen.

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