Apfelessig selber zu machen ist eine einfache und bewährte Methode, um ein traditionelles Hausmittel ganz natürlich herzustellen.
Selbst gemachter Apfelessig ist für mich ein unverzichtbarer Bestandteil in meiner Küche geworden. Morgens trinke ich gerne einen EL Apfelessig in warmen Wasser um meinen Stoffwechsel anzukurbeln, ich stelle meine Medizinalessige aus selbst gemachten Apfelessig her und natürlich verwende ich ihn auch als Basis für meine Oxymele.
Ich habe lange nach einer Methode für selbst gemachten Apfelessig gesucht die auch wirklich funktioniert. Wie sie funktioniert erzähle ich dir in diesem Beitrag!

Warum überhaupt Apfelessig selber machen?
Der einfachste Grund für mich persönlich ist – ich weiß was in meinem Apfelessig drinnen ist. Ich kann Reste von meinen Apfelbäumen im Garten verwerten und es macht mir Spaß, beim Fermentationsprozess zuzusehen. Es ist also nachhaltig, gesund und bereitet mir Freude. Besser geht’s doch gar nicht!
Zutaten und Utensilien
Ich verwende für meine Apfelessige meistens 3-4 Liter Gefäße, weil ich meine ganze Familie mit selbst gemachtem Essig versorge. Für ein großes Glas Apfelessig brauchst du:
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Apfelreste (Schalen, Kerngehäuse) oder 2–3 ganze Äpfel
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1–2 EL Zucker (für die Gärung – wird später von den Bakterien „aufgegessen“)
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Wasser
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1 großes Glas (1 Liter oder mehr)
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Ein Tuch + Gummiband
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Ein Sieb zum Abseihen

Tipp: Am besten Bio-Äpfel verwenden – da steckt auf der Schale die natürliche Hefe, die wir für die Fermentation dann brauchen.
In diesem Bild siehst du einen selbst gemachten Quittenessigansatz – auch das geht ganz gut. Du kannst beinahe aus allen Früchten deinen eigenen Essig herstellen. Das Prinzip bleibt immer dasselbe.
So machst du Apfelessig selbst – Schritt für Schritt
Apfelessig entsteht durch einen zweistufigen Gärprozess: Zuerst wird der Zucker in Alkohol umgewandelt, anschließend verwandeln Essigsäurebakterien den Alkohol in Essig. Für deinen eigenen Apfelessig kannst du ganze Äpfel oder Apfelreste aus der Küche verwenden.
1. Vorbereitung
Die Apfelreste oder die klein geschnittenen Äpfel ins Glas geben. Das Glas sollte etwa zur Hälfte gefüllt sein.
Zucker in einem Glas Wasser auflösen und über die Äpfel gießen, bis alles bedeckt ist. Damit du Schimmel vermeidest solltest du den Essigansatz jeden Tag mit einem Holzlöffel gut umrühren. Mit einem Tuch abdecken und mit einem Gummiband fixieren.
2. Alkoholische Gärung
Die alkoholische Gärung dauert 2-3 Wochen. Es hängt ein wenig von deinen Äpfeln ab. Nach ein paar Tagen merkst du, wie es im Glas leicht zu blubbern beginnt. Dann weißt du, du hast alles richtig gemacht. Damit der Essigansatz gut mit Sauerstoff versorgt wird und sich kein Schimmel bildet, solltest du ihn einmal täglich umrühren. Wenn die Apfelstücke auf den Boden gesunken sind, dann ist die alkoholische Gärung abgeschlossen und es geht weiter mit Phase 2.
3. Essigfermentation
Nachdem er erste Gärungsprozess vorbei ist, beginnt die Essigfermentation. Die Fermentation dauert ca. 4-6 Wochen und ist abgeschlossen, sobald sich ein typischer Essiggeruch entwickelt.
In dieser Phase machst du folgendes:
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Die Apfelstücke abseihen
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Die Flüssigkeit zurück ins Glas füllen
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Wieder mit Tuch und Gummiband abdecken
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Und jetzt heißt es warten – es kann bis zu 6 Wochen dauern!
Manchmal entsteht oben eine gallertartige Schicht– die berühmte Essigmutter. Die ist vollkommen normal und sogar ein sehr gutes Zeichen!
Zwischendurch kannst du immer wieder mal probieren. Sobald er dir sauer genug ist, ist er fertig.
Woran erkenne ich, dass der Apfelessig fertig ist?
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Der Geruch ist angenehm säuerlich und ein bisschen fruchtig
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Der Geschmack ist klar, mild und nicht mehr alkoholisch
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Keine Bläschen mehr – die Gärung ist abgeschlossen
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Eine Essigmutter kann, muss aber nicht entstehen
Wenn er dir schmeckt: abfüllen!
Abfüllen & Lagern
Den fertigen Apfelessig in saubere Glasflaschen umfüllen.
Dunkel und kühl gelagert hält er locker mehrere Monate – oft sogar länger. Ich stelle im Sommer immer soviel Essig her, um das ganze Jahr über damit versorgt zu sein.
Wenn du eine Essigmutter hast: unbedingt aufheben! Damit kannst du neue Ansätze schneller starten. Ich gebe meine Essigmutter in ein sauberes Marmeladeglas, fülle Wasser und Zucker hinein und stelle sie kühl. 1x pro Woche füttere ich sie mit Zucker.

Was kann man damit alles machen?
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Salatdressings (mein Liebling: Apfelessig + Honig + Senf)
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Detox-Drinks (einfach 1 TL in warmem Wasser)
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Fleisch- oder Gemüse-Marinaden
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Natürlicher Allzweckreiniger (mit Wasser und Zitrone)
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Haarspülung für Glanz
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Gesichtswasser (stark verdünnt!)
Häufige Fragen
Kann ich Apfelessig ohne Zucker machen?
Nicht wirklich – der Zucker wird für den Gärprozess gebraucht und wird am Ende vollständig „aufgefressen“. Du könntest Honig als Alternative versuchen, ich persönlich habe aber keine Erfahrung damit.
Was ist, wenn Schimmel entsteht?
Dann leider wegwerfen und neu starten. Schimmel erkennt man sofort: pelzig, farbig, muffig. Etwas anderes ist die Essigmutter, die solltest du nicht wegwerfen!
Funktioniert es auch mit Apfelsaft?
Ja! Unpasteurisierter Bio-Apfelsaft geht super und spart dir den ersten Schritt.
Welche Teile vom Apfel verwende ich für Apfelessig?
Du kannst den ganzen Apfel inklusive Gehäuse verwenden. Du kannst aber auch nur Apfelschalen und Gehäuse verwenden die anfallen, wenn du einen Apfelkuchen oder so backst. Dann verwertest du deine Reste schnell und unkompliziert.
Wie lange muss der Apfelessig gären?
In der ersten Phase ca. 3 Wochen lang. Die Phase 1 ist fertig, wenn die Äpfel beginnen auf den Boden vom Glas zu sinken. Dann seihst du sie ab und lässt den Essig noch ein zweites Mal für ca. 4-6 Wochen gären.
Apfelessig selber zu machen ist einfach und nachhaltig. Mit Apfelresten, Wasser und etwas Zucker entsteht durch Fermentation ein vielseitiger Essig, der sich in Küche, Naturapotheke und Haushalt verwenden lässt.
Er ist für mich ein unverzichtbarer Bestandteil meiner Küche und meiner Naturapotheke. Genauso wie meine Pechsalbe begleitet er mich seit vielen Jahren im Alltag.


