Bevor die Tanne zum klassischen Weihnachtsbaum wurde, schmückte vor allem die Fichte die Wohnzimmer.
Doch die Fichte kann weit mehr als nur festlich aussehen. In der Volksheilkunde wurde sie traditionell bei unterschiedlichen Beschwerden genutzt – besonders in der Erkältungszeit. Sowohl Nadeln als auch Harz finden in der Naturheilkunde Anwendung. Überraschend: Fichtennadeln enthalten sogar mehr Vitamin C als manche Südfrüchte.
In diesem Artikel erzähle ich dir, wie du die Fichte sicher erkennst, welche gesundheitlichen Vorteile sie hat und wie du einen Fichtennadeltee und ein Körperöl selbst herstellen kannst.
Wie wäre es also künftig mit einer „heißen Fichte“ statt einer heißen Zitrone?
Die Fichte erkennen
Die Fichte ist – wie die Tanne – ein Nadelbaum und in Österreich besonders häufig anzutreffen. In Österreich herrscht in vielen Wäldern eine Fichten-Monokultur – vor allem aus wirtschaftlichen Gründen, denn die Fichte wächst sehr schnell
Eine einfache Eselsbrücke um Fichte und Tanne zu unterscheiden lautet:
„Die Fichte sticht, die Tanne nicht.“
Falls du sie einmal verwechselst, ist das meist unproblematisch. Nur bei der Eibe solltest du vorsichtig sein – sie ist giftig und eignet sich nicht zur innerlichen Anwendung.
Damit du die Nadelbäume sicher unterscheiden kannst, findest du hier die wichtigsten Merkmale:
Wie kann ich Nadelbäume auseinanderhalten?
Fichte:
- Nadeln sind spitz
- man kann sie mit den Fingern rollen
- jede Fichtennadel sitzt auf einem kleinen Holzstift
- die Zapfen der Fichte hängen nach unten
- Fichtenzapfen fallen als Ganzes vom Baum ab

Tanne
- Nadeln sind rund
- an der Unterseite sind zwei weiße Wachsstriche
- sie sitzen flach am Zweig, fast wie angeklebt
- die Zapfen der Tanne stehen wie Kerzen nach oben,
- Tannenzapfen fallen meistens nicht ab

Eibe
- Nadeln sind weich und rund
- sie haben KEINE Wachsstreifen an der Unterseite
- Eiben haben rote Früchte (giftig!)

Fichtennadeln nachhaltig sammeln
Für die meisten Rezepte mit der Fichte benötigst du die Nadeln. Für eine Pechsalbe das Harz.
Beim Sammeln achte ich darauf, nur herabgefallene Zweige mitzunehmen. Das schont den Baum und respektiert den Besitz anderer. Jeder Wald gehört ja jemanden!
Alternativ kannst du Fichtennadeln auch kaufen – idealerweise aus heimischen Wäldern.
Die beste Möglichkeit zum Sammeln bleibt für mich ein Waldspaziergang. Der erdet und entspannt mich und nebenbei sammle ich die Fichtennadeln für meine Naturapotheke.
Wirkung und Inhaltsstoffe der Fichtennadeln
Die Nadeln der Fichte enthalten vor allem
- ätherisches Öl
- Flavonoide
- Vitamin C.
In der Volks- und Naturheilkunde werden sie genutzt wegen ihrer:
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schleimlösenden Eigenschaften
-
wohltuenden Wirkung bei Husten
-
antibakteriellen Wirkung
-
durchblutungsfördernden Effekte
-
antioxidativen Eigenschaften
-
entzündungshemmenden Unterstützung
Das Harz der Fichte wird vor allem für Hautpflege, Wundsalben und in der Erkältungszeit verwendet.
Traditionell wird die Fichte bei folgenden Beschwerden eingesetzt::
- Erkältungen & Husten
- Grippale Infekte
- Müdigkeit
- Magen-Darm-Beschwerden
- Rheuma und Gicht
- Muskel- und Rückenschmerzen
Meine liebsten Rezepte mit Fichtennadeln
Wenn du Fichtennadeln gesammelt hast, kannst du sie ganz vielseitig einsetzen. Meine liebsten Rezepte stelle ich dir hier vor.
Fichtennadeltee
Fichtennadeln enthalten im Winter besonders viel Vitamin C.
Der Tee ist schnell zubereitet und wird traditionell in der Erkältungszeit getrunken.
Du brauchst:
Zubereitung:
-
Fichtennadeln 15 Minuten im Wasser köcheln lassen.
-
Abseihen und in Ruhe trinken.
-
Sobald der Tee etwas abgekühlt ist, kannst du ihn nach Wunsch mit Honig verfeinern.
Wenn ich merke, dass eine Erkältung im Anmarsch ist, trinke ich etwa 2–3 Tassen pro Tag, damit ich meinen Körper unterstütze. Wenn ich merke, dass ich müde und schwach bin, dann gönne ich mir eine Tasse Fichtennadeltee.
Fichtennadelöl
Dieses duftende Körperöl eignet sich traditionell bei Muskelverspannungen, rheumatischen Beschwerden und als Brustöl in der Erkältungszeit.
Zutaten:
-
frische Fichtennadeln
-
hochwertiges Olivenöl
So geht’s:
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Ein sauberes Glas zu einem Drittel mit Fichtennadeln füllen.
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Mit Olivenöl übergießen, bis alles bedeckt ist.
-
Glas verschließen und 3–4 Wochen an einem warmen Platz ziehen lassen.
-
Abseihen und in ein dunkles Glas füllen.
-
Optional: ein paar Tropfen ätherisches Fichtennadelöl hinzufügen.
Bei Bedarf auf die Haut auftragen und sanft einmassieren.
Fichtennadelsalz
Fichtennadeln sind essbar. Du kannst sie in deiner Naturapotheke oder in deiner Küche verwenden. Ich stelle am liebsten ein Fichtennadelsalz her. Falls du keine Fichtennadeln hast, kannst du sie in diesem Rezept auch durch Tannennadeln ersetzen.
Zutaten:
- 1 TL getrocknete Fichtennadeln
- 500 g Salz
Zubereitung:
- Die Fichtennadeln gut zerkleinern
- Das Salz mit den Fichtennadeln vermischen
- Abfüllen
Das Fichtennadelsalz schmeckt sehr gut zu Fisch- oder Fleischgerichten, durch das Vitamin C hat es eine zitronige Note. Du kannst es aber auch als Badesalz verwenden.

Wichtig: Verwende nur die Nadeln der Fichte oder der Tanne – nicht die giftigen Eibennadeln.
Fazit
Die Fichte ist ein vielseitiger Baum, der weit mehr kann als den Christbaum ersetzen. Ihre Nadeln duften nicht nur herrlich nach Wald, sondern werden traditionell zur Unterstützung in der Erkältungszeit, bei Müdigkeit oder Verspannungen verwendet.
Ob Tee, Öl oder Harz – wer im Wald achtsam sammelt, findet in der Fichte eine wunderbare Begleiterin für natürliche Hausmittel.


