Nach einem langen Tag voller Termine, Stress oder Streit wünschen wir uns oft nur eins: Ruhe und ein Zuhause, das uns Kraft gibt. Räuchern mit Kräutern ist ein einfaches Ritual, das genau dabei hilft – es klärt die Luft, beruhigt die Sinne und schafft eine wohltuende Atmosphäre.
Doch welche Kräuter eignen sich dafür, wie räuchert man richtig und warum ist dieses alte Ritual heute aktueller denn je? Lass uns gemeinsam in dieses spannende Thema eintauchen.

Räuchern ist vermutlich so alt wie die Menschheit selbst. Es gibt mehr als 30.000 Jahre alte Funde, die das belegen. Am Anfang räucherte man vermutlich um Insekten zu vertreiben, oder um Lebensmittel zu konservieren. Später für kulturelle und spirituelle Anlässe bzw. Zwecke.
Warum räuchern Menschen mit Kräutern?
Manchmal spüren wir, dass sich schwere Energie in einem Raum gesammelt hat – nach einem Streit, einem stressigen Tag oder wenn einfach „dicke Luft“ herrscht. Genau dann kann Räuchern helfen, Klarheit und Leichtigkeit zurückzubringen.
Genauso verschieden sind auch die Kräuter die dabei verwendet werden. Nach einem stressigen Tag im Büro kann uns Lavendel beruhigen, oder nach einem Streit mit dem Partner kann Salbei die Energie wieder klären.
Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Räuchern?
Die Raunächte als Zeit zum Räuchern werden immer beliebter. Das war vor mehr als 10 Jahren auch mein Einstieg in dieses Thema. Diese Zeit im Jahr lädt uns ein, altes loszulassen und neues zu beginnen. Eine perfekte Möglichkeit zum Räuchern!
Wir räuchern auch bei:
- Jahreskreisfesten
- Übergängen, Neuanfänge (Geburt, Umzug, Trennung)
- Alltagssituationen (nach Streit, energetische Reinigung, Stressabbau)
- Ritualen, Meditationen
Geräuchert werden kann das ganze Jahr über – ich räuchere auch in den Sommermonaten!
Wie räuchert man Kräuter richtig?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten um zu räuchern. Räuchern mit einem Stövchen, auf Kohle und mit Räucherbündeln. Das Räuchern mit dem Stövchen ist die sanfteste Variante. Damit kannst du zum Beispiel eine schöne Atmosphäre in deinem Zuhause schaffen. Beim Räuchern mit dem Räucherstövchen kannst du auch neben deinen Kindern und Haustieren räuchern.
Räuchern mit Räucherstövchen – so funktioniert es
Beim Räuchern mit dem Stövchen legst du die Kräuter auf ein kleines Sieb. Unter dem Sieb wird ein Teelicht entzündet. Durch die Hitze der Flamme werden die Kräuter verbrannt und ein angenehmer Duft entsteht. Räuchern mit dem Stövchen kannst du dann wenn du feine Blüten verräuchern möchtest, oder du keine allzu starke Rauchentwicklung in deinen Wohnräumen willst.
Räuchern mit Kohle – so funktioniert es
Beim Räuchern mit Kohle werden getrocknete Kräuter auf glühende Räucherkohle gelegt, wodurch intensiver Rauch entsteht, der traditionell zur energetischen Reinigung von Räumen genutzt wird.
Dazu wird eine feuerfeste Schale mit Sand gefüllt und ein Stück Kohle in der Schale entzündet. Auf die brennende Kohle werden die Kräuter gelegt. Durch die große Hitze verbrennen die Kräuter sehr schnell.
Mein Tipp an dich: wenn du etwas Sand auf die Räucherkohle streust dann wird die Hitze etwas gedämpft und dein Räucherwerk verbrennt nicht so schnell wie ohne.
Welche Kohle eignet sich zum Räuchern?
Zum Räuchern kannst du entweder Naturkohle (aus deinem Ofen) oder Schnellzünderkohle (mit Salpetersäure versetzt) verwenden. Da nicht jeder von uns einen Tischherd o.ä zuhause hat, lege ich dir die Schnellzünderkohle ans Herz. Sie ist einfach und unkompliziert und bestens für Anfänger geeignet. Mein Tipp: Beim Anzünden entwickelt sich ein Eigengeruch, wenn du diesen nicht magst dann stell das Räuchergefäß samt Kohle nach draußen bis es fertig durchgeglüht ist.

Worauf du beim Räuchern mit Kohle achten solltest
Beim Räuchern mit Kohle solltest du unbedingt auf Haustiere und kleine Kinder Rücksicht nehmen. In solchen Fällen rate ich dir eher dazu, mit dem Räucherstövchen zu räuchern, da die Rauchentwicklung dabei deutlich sanfter ist.
Verwende für die Räucherschale immer ein feuerfestes Gefäß und stelle es auf eine geeignete, hitzebeständige Unterlage. Außerdem solltest du die Räucherkohle niemals unbeaufsichtigt lassen.
Wie lange räuchert man mit Räucherkohle?
In der Regel reichen wenige Minuten. Sobald die Kräuter verbrannt sind und sich der Rauch verteilt hat, ist das Räucherritual abgeschlossen.
Ist Räuchern mit Kohle auch für Anfänger geeignet?
Ja, wenn man achtsam damit umgeht. Wer unsicher ist oder Kinder und Haustiere im Haushalt hat, sollte zunächst mit dem Räucherstövchen beginnen.
Welche Kräuter eignen sich besonders gut für Räucherkohle?
Harze, Wurzeln und kräftige Kräuter wie Beifuß, Salbei oder Fichtenharz eignen sich besonders gut, da sie die Hitze gut vertragen. Bei feinem Räucherwerk wie zarten Blüten kannst du entweder ein Räucherstövchen verwenden, oder vorher die Kohle mit Sand bestreuen.
Räuchern mit Räucherbündel – so funktioniert es
Bei Räucherbündeln sammelst du die Kräuter und bindest sie mit einer Schnur zu einem Bündel. Nachdem sie getrocknet sind kannst du die Bündel direkt ohne Räucherkohle oder Räucherstövchen anzünden. Du kannst dir zum Beispiel Bündel nach Themen binden. In ein Bündel zur Reinigung nach einem Streit würde ich zum Beispiel Salbei, Beifuß und Johanniskraut binden. In ein Räucherbündel für Entspannung würde ich Lavendel und Melisse binden. Du darfst ruhig kreativ werden beim Gestalten deiner Räucherbündel.

Welche heimischen Räucherkräuter gibt es?
Je nach Anlass kannst du verschiedene Kräuter zum Räuchern wählen. Du kannst sie einzeln oder in Mischungen verräuchern. Anfängern empfehle ich, sich vorher mit Kräutern vertraut zu machen und sie einzeln zu verräuchern.
- Lavendel – schenkt Ruhe, öffnet das dritte Auge, lässt uns Träume und Visionen empfangen, kann vor allem in den Rauhnächten verräuchert werden
- Salbei – stark reinigend, zur energetischen Reinigung
- Beifuß – unterstützt Klarheit, Erdung, gibt Schutz, öffnet die Sinne, gilt als eines der ältesten Räucherkräuter
- Ringelblume – spendet Trost, wirkt harmonisierend, kann zum Jahreskreisfest Samhain verräuchert werden
- Johanniskraut – reinigt „schlechte Luft“, nach einem Streit, dort wo TV/Computer stehen, wird zur Wintersonnenwende verräuchert
- Rosmarin – fördert die Konzentration, erfrischt den Geist, kann beim Lernen unterstützen
- Eisenkraut – fördert die diplomatischen Fähigkeiten, schützt, kann gut vor Prüfungen verräuchert werden
- Fichtenharz – spendet Trost, reinigt die Luft und ist daher in der Erkältungszeit sehr empfehlenswert
- Wachholder – reinigt die Luft, kann gut nachdem jemand krank war verräuchert werden
Du kannst deine Räucherkräuter entweder selbst sammeln und trocknen lassen, oder du kaufst dir schon getrocknete Kräuter und mischt sie dann nach deinem Geschmack für dich zusammen.
Räuchern mit Kohle ist eine kraftvolle Methode zur energetischen Reinigung. Es eignet sich besonders dann, wenn alte Spannungen gelöst werden sollen oder thematisch für Jahreskreisfeste geräuchert wird. Wer es sanfter mag oder Rücksicht auf Kinder und Tiere nehmen möchte, greift besser zum Räucherstövchen.



